8.11.2018 Landrätin vergibt Denkmal-Ehrenpreis an den Heimatgeschichtsverein Gehren

(Auszug Presseinfo LRA IK, Foto: LRA IK, D. Huth) "Für die Ehrung der diesjährigen Denkmalpreisträgerinnen und –träger hätte es mit der Heimatstube in Angelroda keinen passenderen Platz am Donnerstagabend geben können. Der Heimatverein Angelroda richtete nicht nur den Gemeindesaal liebevoll für die Dankeschön-Veranstaltung mit her, er führte auch gern durch die Kirche im Ort und die Heimatstube in nächster Nachbarschaft. Wie der Verein haben auch die diesjährigen Preisträgerinnen und –träger viel Zeit, Kraft und Enthusiasmus in die Bewahrung historischer Räume investiert. Es lohnt sich.

Die diesjährige Denkmalpreisplakette erhielten in diesem Jahr Petra und Hans-Jochen Dietz für ihre Jugendstilvilla in der Ilmenauer Waldstraße. Der Sonderpreis für jahrelanges Engagement im Bereich der Denkmalpflege ging an den Altstadtkreis Arnstadt e.V. Mit einem dritten Ehrenpreis der Landrätin wurde der Heimatgeschichtsverein Gehren e.V. geehrt, der sich zum Tag des offenen Denkmals am 9. September mit vielen einfallsreichen Initiativen einem Leerstandsthema in dem Ilmenauer Ortsteil widmete. Sie erweckten mit originellen Ideen die alte Schule wieder zum Leben.

Kleinode im Dornröschenschlaf, vergessene Orte, vom Zerfall bedrohte Erinnerungsbauten, sie alle stehen im Blickpunkt der Denkmalpflege. Immer wieder unter neuem Motto werden sie zum Denkmaltag für die Öffentlichkeit geöffnet und die Arbeiten an den Objekten vorgestellt. Dabei fasziniert nicht nur die Geschichte, die in der Luft dieser historischen Mauern oft gespürt werden kann. Es sind die Menschen, die sich über Jahre mit viel Kraft, Mut und Ausdauer der Wiederbelebung solcher Orte hingeben und viel Sachverstand und Gefühl Verborgenes hervorholen.
In diesem Jahr hieß es: "Entdecken, was uns verbindet". Und so unterschiedlich alle am Denkmaltag gezeigten Objekte auch waren, so verbanden eben die dort oft ehrenamtlich Tätigen alle miteinander. Sie gaben Wissen an die Besucherinnen und Besucher weiter, sie zeigten liebgewonnene Details und sie machten Mut, sich den Herausforderungen der Denkmalpflege zu stellen. 

Die drei vergebenen Denkmalpreise gehören als fester Teil der Anerkennung dazu. 
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Zum ersten Mal wurde in diesem Jahr auch ein Ehrenpreis der Landrätin verliehen. Er würdigt vor allem die Initiative zum Tag des offenen Denkmals und wie mit viel Einfallsreichtum ein Problem in einem Ort angegangen werden kann. Der Preis soll vor allem Mut machen, wo eben solche Initiativen gebraucht werden. Leerstand ist ein Thema, das viele Orte in Thüringen betrifft. In Gehren sitzt die Wunde sogar mitten im Ort. Die alte Schule steht seit vielen Jahren leer. An ihr hängen viele Erinnerungen der Einheimischen und manch einem, der hier die Schulzeit verbrachte, tut es in der Seele weh, zu sehen, wie das Gebäude dahinvegetiert. „Wachgeküsst“, sagt sich der Heimatgeschichtsverein und geht auf den Besitzer, ein bekannter deutscher Schauspieler, mehrmals zu, um das Objekt wiederzubeleben. Nichts passierte. Aufgeben kam nicht in Frage. Und so wurde der diesjährige Denkmalstag genutzt, das Objekt wieder in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu rücken. Eine historische Schulstunde, Ausstellungen und der Auftritt der Grundschülerinnen und -schüler sorgten dafür, das Gebäude wieder in die Öffentlichkeit zu bringen. Das gelang so abwechslungsreich, mutig und liebevoll, dass Landrätin Petra Enders dieses Engagement besonders würdigen will. Sie überreichte dem Verein eine Urkunde und gab 300 Euro als Spende."

Zusatzinfo:
Die 1888 erbaute Schule in Gehren, eingetragenes Bau- und Kunstdenkmal, wurde bis 2004 als Schulgebäude genutzt. Der Eigentümer ist an einer künstlerisch-kreativen Nachnutzung interessiert. (zum Exposé). Am Tag des offenen Denkmals, am 9.09.2018, war das Gebäude von 10-17 Uhr geöffnet.